Archiv für den Monat Juni 2011
Euro-Krise
Wenn es um Geld geht, tun viele Menschen das Gegenteil von dem was sinnvoll wäre: sie werden panisch statt einen kühlen Kopf zu bewahren.Unsere Währung hat es da gerade besonders schwer: in jedem zweiten Artikel muss man die Frage lesen, ob der Euro noch zu retten ist, ob das Ende des Euro bevorsteht, ob der Euro Europa in den Abgrund reißt… Und das alles nur, weil ein kleines Land, das gerademal knapp 2% der Wirtschaftsleistung der Eurozone erbringt, ungefähr so pleite wie der Staat Kalifornien ist. Die Zinsen auf griechische Staatsanleihen lagen zeitweise bei über 15% (Deutschland: um 3%). Dabei folgt das Zinsniveau im Prinzip einem einfachen marktwirtschaftlichen Prinzip: Je höher das potenzielle Risiko, desto höher die potenzielle Rendite. Das wäre kein Problem, wenn es da nicht einen Haken gäbe: die Europäische Zentralbank (EZB) hat ausdrücklich erklärt, das eine Umschuldung Griechenlands auf gar keinen Fall in Frage kommt. Daher müsste das Risiko für griechische Anleihen eigentlich gegen Null gehen, genau wie der Zinssatz. Das dies nicht der Fall ist, lässt nur zwei Schlüsse zu: entweder wird der EZB nicht geglaubt, oder aber die EZB verdrängt die wirkliche Lage. Oder beides. Warum die EZB keine Umschuldung zulassen will, steht in ihren Büchern: sie selbst hat massenhaft griechische Anleihen auf Lager und würde bei einer Umschuldung ziemlich belämmert dastehen. Als massiv investierter Spieler kann man allerdings schlecht noch den Unparteiischen mimen, das wissen auch Börsianer und Banker.
Der Economist, eines der besten Politik- und Wirtschaftsblätter überhaupt, hat in einem sehr schönen Artikel drei Möglichkeiten für den weiteren Verlauf der Krise ausgemacht:
1. Die Europäer mogeln sich irgendwie durch mit immer weiteren Zahlungen an Griechenland, bis sich das Land irgendwann (vielleicht) wieder selbst tragen kann.
2. Griechenland steigt aus dem Euro aus und führt die Drachme wieder ein
3. Eine geordnete Restrukturierung griechischer Schulden
Der Economist plädiert klar für die dritte Möglichkeit, und auch in meinen Augen ist das der einzig gangbare Weg. Je länger man damit allerdings wartet, desto teurer wird es. Zwei Prozent Wirtschaftsleistung sollten 98% nicht kaputt machen. können.
Dropbox
Am Wochenende konnte man sich für 4 Stunden über das Web-Interface bei jedem beliebigen Dropbox-Account mit jedem beliebigen Passwort anmelden. Laut Dropbox gab es auf 1% aller Accounts möglicherweise unbefugten Zugriff. Ein Grund zur Hysterie? Nein. Aber vielleicht zum Nachdenken, ob einige Daten wirklich in der Cloud so gut aufgehoben sind, wie man vielleicht hofft. Ich jedenfalls werde überprüfen, ob was ich per Dropbox synchronisieren muss, und wo eine klassische Backup-Lösung ausreicht. Eventuell wandern auch eine Daten von dropbox zu mozy .
EHEC
Mittlerweile klingt die Hysterie ab. Doch erinnern wir uns daran, was EHEC eigentlich bedeutet: Menschen sind durch den Verzehr von Lebensmitteln krank geworden, ganze 38 sind gestorben. Dafür haben Millionen in Mitteleuropa Gurken und Tomaten im Supermarkt links liegen gelassen. Was wäre passiert, wenn auf einmal rausgekommen wäre, dass allein in Deutschland jedes Jahr Tausende Menschen bei Benutzung eines Autos ums Leben kommen? Hätten Millionen Menschen hierzulande auf ihr Auto verzichtet, bis die Straßen sicherer geworden wären?