2. Rheinbrücke (Karlsruhe)

Vor kurzem lief in der Stadt Karlsruhe ein sogenannter „Faktencheck“ ab, bei dem „ganz neutral“ die Sachlage eruiert werden sollte. Und die eigenladenen sachverständigen Experten haben sogar relativ neutral die Sachlage beschrieben. Das hat den „kritischen Geistern“ aber anscheinend überhaupt nicht gepasst, denn einige der Experte wurden fortwährend der Lüge geziehen – das kennt man ja schon aus Stuttgart. Wenn etwas nicht ins eigene Weltbild passt, dann muss es eine Lüge sein…
Und dann geistert seit neuestem auch noch durch die örtlichen Medien, dass der Bunderechnungshof Nordtangente und in dem Zuge auch die 2. Rheinbrücke als nicht wirtschaftlich eignestuft habe und beide Projekte damit mausetot seien. Ist natürlich Quatsch, denn der Rechnungshof hat nur gesagt, solange das Verbindungsstück in der Mitte nicht gebaut bzw. zumindest geplant wird – was der Stadt obliegt! – macht das Drumherum keinen Sinn, aber die Straße an sich sei sehr wichtig und hat immernoch Vorrang. Hätten wir also die Halbwahrheiten hier auch mal etwas entschärft. Was mich stört ist die Dreistigkeit und Sturheit der Rheinbrücken- und Nordtangentengegner, mit der hier systematisch eine ganze Stadt um ihre Zukunft betrogen zu werden droht.
Wer Infrastrukturprojekte verhindert, der wird die Stadt über kurz oder lang in den Untergang führen. Karlsruhe als ausgewiesenes Zentrum einer Metropolregion wird auch in Zukunft eher wachsen als schrumpfen und es müssen JETZT die Weichen dafür gestellt werden, dass die Stadt auch in Zukunft mit dem zunehmenden Verkehr (sagte selbst der Experte aus dem grünen Verkehrsministerium beim Faktencheck) klar kommt. Ohne zukunftsfähige Infrastruktur – und da zähle ich Nordtangente und 2. Rheinbrücke dazu – sehe ich für Karlsruhe keine Zukunft als Innovationsstandort, dann wird die Stadt wieder zu einer miefigen Beamten- und Rentnerstadt ohne Leben und mit hoher Arbeitslosigkeit werden. Karlsruhe muss sich entwickeln können, sonst wird es abgehängt!
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Overhyped

Vor kurzem gab’s auf cnet.com einen sehr interessanten Artikel zum „Hype-Zyklus“. Die Marktforschungsfirma Gartner erstellt diesen Report jährlich und nimmt in ihrem Modell an, dass neue Technologien relativ schnell ein Erwartungsmaximum erreichen, dass (zunächst) nicht erfüllt werden kann. Danach bricht die Aufmerksamkeitskurve ein, um schließlich bei wirklicher Massen-Marktreife, dem sogenannten „Slope of Enlightenment“ wieder anzusteigen, allerdings langsamer als zuvor.

Laut dem Gartner-Report sind im Moment Internet TV, NFC Payments (kontaktloses Bezahlen z.B. per Mobiltelefon – die Bahn hat hierzu gerade in Potsdam ein Pilotprojekt laufen), augmented Reality und Media Tablets an der Spitze des Hype-Zyklus. Für den vollen Bericht klickt auf den cnet-Link: http://news.cnet.com/8301-17938_105-20092692-1/overhyped-internet-tv-augmented-reality-tablets/?part=rss&subj=news&tag=2547-1_3-0-20

Den Gartner-Report gibt es hier: http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1763814

Google+

Facebook ist tot. Google+ ist da.
Naja fast, schließlich hat Facebook nur noch ca. 740 Millionen Nutzer mehr als Google+. Und damit niemand auf die Idee kommt zu wechseln, hat Facebook jetzt Werbung für Google+ auf seinen Seiten verboten.

Aber warum braucht die Welt überhaupt noch ein weiteres soziales Netzwerk? Auf Dauer kann es natürlich nur einen geben. So wie Facebook Myspace oder StudiVZ verdrängt hat, so soll jetzt nach dem Willen von Google „G+“ Facebook das Wasser abgraben. Damit das passieren kann, haben die Google-Ingenieure sich einiges einfallen lassen und munter Features von Twitter und Facebook integriert. So kann man jetzt seine Gedanken öffentlich in die Welt hinausposaunen, wo sie mit Google Instant gefunden werden können, oder man teilt sich nur bestimmten Freundeskreisen, sogenannten „Circles“, mit. Und das ist das Pfund mit dem G+ wuchern will, den einfachen und übersichtlichen Privatsphäre-Einstellungen. Nie mehr aus Versehen veröffentliche Party-Einladungen oder Posts die dann die falschen Leute lesen. Außerdem soll G+ so offen sein, dass man jederzeit seine Sachen bzw. Daten einpacken kann und weiterziehen, falls es einem nicht mehr gefällt. So wollen die Ingenieuer von Google sich selbst anspornen, besser zu sein als die Konkurrenz. Leider hat G+ noch ein paar Kinderkrankheiten, aber das ist so kurz nach dem Start verständlich. Was mir aber fehlt, sind ein paar interaktive Elemente wie das Posten auf die Pinnwand von anderen, außerdem die Einbindung der Chatfunktion noch verbesserungsbedürftig. Der gpluseins-Blog hat mal einen kleinen Vergleich beider Netzwerke gemacht, sich allerdings auf Teilaspekte beschränkt. Fürs Erste bleibe ich jedenfalls Facebook treu, auch wenn ich natürlich immer mal wieder auf Google+ vorbeisehe, was sich so getan hat.

Eine Anleitung zum Einstieg in Google+ gibt es übrigens auf der Seite von Slashgear.com.

Facebook-Spam

Auf deiner Pinnwand erscheinen „gefällt mir“-Links, die du nie selbst gesetzt hast? Es scheint ganz so, als wäre gerade in Facebook eine neue Spam-Welle am Rollen. Meist sind es angebliche Video-Links, die man sich unbedingt ansehen solle; tut man dies allerdings, gibt man einer bösartigen App die Berechtigung, selbst im eigenen Profil und evtl. auf der Seite von Freunden zu posten und sich so zu verbreiten.
Falls Du infiziert wurdest: Abhilfe schafft man, indem man als aller Erstes den betreffenden Post löscht und dann folgende Schritte von http://tefly.net/blog/?p=809 ausführt:

1. Privatsphäre-Einstellungen unter Konto auswählen

2. (unten Links) Bearbeite deine Einstellungen

3. Anwendungsübersicht

4. Versuch 1: SPAM entfernen

im ersten Schritt den Spam entfernen Button testen. Vielleicht reicht das schon.

5. Falls es nichts gebracht hat: Einzelne Anwendungen auf auffällige Anwendungen durchschauen und auffällige Anwendungen entfernen

6. Falls das immer noch nichts gebracht hat: Alle Anwendungen entfernen

7. Gegebenenfalls Facebook Account Passwort ändern

Und bitte klick nicht auf irgendwelche angeblichen Video-Links mit angeblichem sensationellen, schockierendem oder obszönen Inhalt. Dann bleibt der Account auch weiterhin schön sauber.

Prä-Implantationsdiagnostik (PID)

Ich kann die Argumente der PID-Gegner ja verstehen und begrüße eine Ethik, die das Leben bejaht, aber ich habe bei der ganzen Diskussion das Gefühl, dass die PID-Gegner sich gar nicht mit dem Verfahren beschäftigen, ihre Vorstellungen von der PID also mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Da sieht man auch in vielen Zeitungsartikeln immer wieder, erst vorgestern habe ich in der FAZ lesen müssen, das für eine PID angeblich 7 Embryonen „gebraucht“ würden, das hätte die Bundesärztekommission konstatiert – Völliger Quatsch und zeugt von völliger Unkenntnis des Verfahrens! Aber was will man von einer Juristin da erwarten, die sich zu medizinischen Verfahren äußert… Der zweite Punkt ist, dass viele PID-Gegner an den Realitäten vorbei argumentieren: mit der PND steht schon jetzt ein Verfahren im Raum, mit dem Embryonen nachträglich aussortiert werden können (auch jene, die durch natürlich Empfängnis gezeugt wurden). Das Aussortieren nach der Einpflanzung soll ethischer sein als das Aussortieren davor? Da stimmt doch was nicht. Und ohne PID wird genetisch prädisponierten Paaren zur Kinderlosigkeit geraten, die mit PID ein gesundes Kind haben könnten? DAS ist unethisch!

Update: Soeben hat der Bundestag das Gesetz zur begrenzten Zulassung der PID verabschiedet: FAZ-Link

Euro-Krise

Wenn es um Geld geht, tun viele Menschen das Gegenteil von dem was sinnvoll wäre: sie werden panisch statt einen kühlen Kopf zu bewahren.Unsere Währung hat es da gerade besonders schwer: in jedem zweiten Artikel muss man die Frage lesen, ob der Euro noch zu retten ist, ob das Ende des Euro bevorsteht, ob der Euro Europa in den Abgrund reißt… Und das alles nur, weil ein kleines Land, das gerademal knapp 2% der Wirtschaftsleistung der Eurozone erbringt, ungefähr so pleite wie der Staat Kalifornien ist. Die Zinsen auf griechische Staatsanleihen lagen zeitweise bei über 15% (Deutschland: um 3%). Dabei folgt das Zinsniveau im Prinzip einem einfachen marktwirtschaftlichen Prinzip: Je höher das potenzielle Risiko, desto höher die potenzielle Rendite. Das wäre kein Problem, wenn es da nicht einen Haken gäbe: die Europäische Zentralbank (EZB) hat ausdrücklich erklärt, das eine Umschuldung Griechenlands auf gar keinen Fall in Frage kommt. Daher müsste das Risiko für griechische Anleihen eigentlich gegen Null gehen, genau wie der Zinssatz. Das dies nicht der Fall ist, lässt nur zwei Schlüsse zu: entweder wird der EZB nicht geglaubt, oder aber die EZB verdrängt die wirkliche Lage. Oder beides. Warum die EZB keine Umschuldung zulassen will, steht in ihren Büchern: sie selbst hat massenhaft griechische Anleihen auf Lager und würde bei einer Umschuldung ziemlich belämmert dastehen. Als massiv investierter Spieler kann man allerdings schlecht noch den Unparteiischen mimen, das wissen auch Börsianer und Banker.

Der Economist, eines der besten Politik- und Wirtschaftsblätter überhaupt, hat in einem sehr schönen Artikel drei Möglichkeiten für den weiteren Verlauf der Krise ausgemacht:

1. Die Europäer mogeln sich irgendwie durch mit immer weiteren Zahlungen an Griechenland, bis sich das Land irgendwann (vielleicht) wieder selbst tragen kann.

2. Griechenland steigt aus dem Euro aus und führt die Drachme wieder ein

3. Eine geordnete Restrukturierung griechischer Schulden

 

Der Economist plädiert klar für die dritte Möglichkeit, und auch in meinen Augen ist das der einzig gangbare Weg. Je länger man damit allerdings wartet, desto teurer wird es. Zwei Prozent Wirtschaftsleistung sollten 98% nicht kaputt machen. können.

 

Dropbox

Am Wochenende konnte man sich für 4 Stunden über das Web-Interface bei jedem beliebigen Dropbox-Account mit jedem beliebigen Passwort anmelden. Laut Dropbox gab es auf 1% aller Accounts möglicherweise unbefugten Zugriff. Ein Grund zur Hysterie? Nein. Aber vielleicht zum Nachdenken, ob einige Daten wirklich in der Cloud so gut aufgehoben sind, wie man vielleicht hofft. Ich jedenfalls werde überprüfen, ob was ich per Dropbox synchronisieren muss, und wo eine klassische Backup-Lösung ausreicht. Eventuell wandern auch eine Daten von dropbox zu mozy .

EHEC

Mittlerweile klingt die Hysterie ab. Doch erinnern wir uns daran, was EHEC eigentlich bedeutet: Menschen sind durch den Verzehr von Lebensmitteln krank geworden, ganze 38 sind gestorben. Dafür haben Millionen in Mitteleuropa Gurken und Tomaten im Supermarkt links liegen gelassen. Was wäre passiert, wenn auf einmal rausgekommen wäre, dass allein in Deutschland jedes Jahr Tausende Menschen bei Benutzung eines Autos ums Leben kommen? Hätten Millionen Menschen hierzulande auf ihr Auto verzichtet, bis die Straßen sicherer geworden wären?