2. Rheinbrücke (Karlsruhe)
Overhyped
Vor kurzem gab’s auf cnet.com einen sehr interessanten Artikel zum „Hype-Zyklus“. Die Marktforschungsfirma Gartner erstellt diesen Report jährlich und nimmt in ihrem Modell an, dass neue Technologien relativ schnell ein Erwartungsmaximum erreichen, dass (zunächst) nicht erfüllt werden kann. Danach bricht die Aufmerksamkeitskurve ein, um schließlich bei wirklicher Massen-Marktreife, dem sogenannten „Slope of Enlightenment“ wieder anzusteigen, allerdings langsamer als zuvor.
Laut dem Gartner-Report sind im Moment Internet TV, NFC Payments (kontaktloses Bezahlen z.B. per Mobiltelefon – die Bahn hat hierzu gerade in Potsdam ein Pilotprojekt laufen), augmented Reality und Media Tablets an der Spitze des Hype-Zyklus. Für den vollen Bericht klickt auf den cnet-Link: http://news.cnet.com/8301-17938_105-20092692-1/overhyped-internet-tv-augmented-reality-tablets/?part=rss&subj=news&tag=2547-1_3-0-20
Den Gartner-Report gibt es hier: http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1763814
Google+
Facebook ist tot. Google+ ist da.
Naja fast, schließlich hat Facebook nur noch ca. 740 Millionen Nutzer mehr als Google+. Und damit niemand auf die Idee kommt zu wechseln, hat Facebook jetzt Werbung für Google+ auf seinen Seiten verboten.
Aber warum braucht die Welt überhaupt noch ein weiteres soziales Netzwerk? Auf Dauer kann es natürlich nur einen geben. So wie Facebook Myspace oder StudiVZ verdrängt hat, so soll jetzt nach dem Willen von Google „G+“ Facebook das Wasser abgraben. Damit das passieren kann, haben die Google-Ingenieure sich einiges einfallen lassen und munter Features von Twitter und Facebook integriert. So kann man jetzt seine Gedanken öffentlich in die Welt hinausposaunen, wo sie mit Google Instant gefunden werden können, oder man teilt sich nur bestimmten Freundeskreisen, sogenannten „Circles“, mit. Und das ist das Pfund mit dem G+ wuchern will, den einfachen und übersichtlichen Privatsphäre-Einstellungen. Nie mehr aus Versehen veröffentliche Party-Einladungen oder Posts die dann die falschen Leute lesen. Außerdem soll G+ so offen sein, dass man jederzeit seine Sachen bzw. Daten einpacken kann und weiterziehen, falls es einem nicht mehr gefällt. So wollen die Ingenieuer von Google sich selbst anspornen, besser zu sein als die Konkurrenz. Leider hat G+ noch ein paar Kinderkrankheiten, aber das ist so kurz nach dem Start verständlich. Was mir aber fehlt, sind ein paar interaktive Elemente wie das Posten auf die Pinnwand von anderen, außerdem die Einbindung der Chatfunktion noch verbesserungsbedürftig. Der gpluseins-Blog hat mal einen kleinen Vergleich beider Netzwerke gemacht, sich allerdings auf Teilaspekte beschränkt. Fürs Erste bleibe ich jedenfalls Facebook treu, auch wenn ich natürlich immer mal wieder auf Google+ vorbeisehe, was sich so getan hat.
Eine Anleitung zum Einstieg in Google+ gibt es übrigens auf der Seite von Slashgear.com.
Facebook-Spam
Auf deiner Pinnwand erscheinen „gefällt mir“-Links, die du nie selbst gesetzt hast? Es scheint ganz so, als wäre gerade in Facebook eine neue Spam-Welle am Rollen. Meist sind es angebliche Video-Links, die man sich unbedingt ansehen solle; tut man dies allerdings, gibt man einer bösartigen App die Berechtigung, selbst im eigenen Profil und evtl. auf der Seite von Freunden zu posten und sich so zu verbreiten.
Falls Du infiziert wurdest: Abhilfe schafft man, indem man als aller Erstes den betreffenden Post löscht und dann folgende Schritte von http://tefly.net/blog/?p=809 ausführt:
1. Privatsphäre-Einstellungen unter Konto auswählen
2. (unten Links) Bearbeite deine Einstellungen
3. Anwendungsübersicht
4. Versuch 1: SPAM entfernen
im ersten Schritt den Spam entfernen Button testen. Vielleicht reicht das schon.
5. Falls es nichts gebracht hat: Einzelne Anwendungen auf auffällige Anwendungen durchschauen und auffällige Anwendungen entfernen
6. Falls das immer noch nichts gebracht hat: Alle Anwendungen entfernen
7. Gegebenenfalls Facebook Account Passwort ändern
Und bitte klick nicht auf irgendwelche angeblichen Video-Links mit angeblichem sensationellen, schockierendem oder obszönen Inhalt. Dann bleibt der Account auch weiterhin schön sauber.
Prä-Implantationsdiagnostik (PID)
Euro-Krise
Wenn es um Geld geht, tun viele Menschen das Gegenteil von dem was sinnvoll wäre: sie werden panisch statt einen kühlen Kopf zu bewahren.Unsere Währung hat es da gerade besonders schwer: in jedem zweiten Artikel muss man die Frage lesen, ob der Euro noch zu retten ist, ob das Ende des Euro bevorsteht, ob der Euro Europa in den Abgrund reißt… Und das alles nur, weil ein kleines Land, das gerademal knapp 2% der Wirtschaftsleistung der Eurozone erbringt, ungefähr so pleite wie der Staat Kalifornien ist. Die Zinsen auf griechische Staatsanleihen lagen zeitweise bei über 15% (Deutschland: um 3%). Dabei folgt das Zinsniveau im Prinzip einem einfachen marktwirtschaftlichen Prinzip: Je höher das potenzielle Risiko, desto höher die potenzielle Rendite. Das wäre kein Problem, wenn es da nicht einen Haken gäbe: die Europäische Zentralbank (EZB) hat ausdrücklich erklärt, das eine Umschuldung Griechenlands auf gar keinen Fall in Frage kommt. Daher müsste das Risiko für griechische Anleihen eigentlich gegen Null gehen, genau wie der Zinssatz. Das dies nicht der Fall ist, lässt nur zwei Schlüsse zu: entweder wird der EZB nicht geglaubt, oder aber die EZB verdrängt die wirkliche Lage. Oder beides. Warum die EZB keine Umschuldung zulassen will, steht in ihren Büchern: sie selbst hat massenhaft griechische Anleihen auf Lager und würde bei einer Umschuldung ziemlich belämmert dastehen. Als massiv investierter Spieler kann man allerdings schlecht noch den Unparteiischen mimen, das wissen auch Börsianer und Banker.
Der Economist, eines der besten Politik- und Wirtschaftsblätter überhaupt, hat in einem sehr schönen Artikel drei Möglichkeiten für den weiteren Verlauf der Krise ausgemacht:
1. Die Europäer mogeln sich irgendwie durch mit immer weiteren Zahlungen an Griechenland, bis sich das Land irgendwann (vielleicht) wieder selbst tragen kann.
2. Griechenland steigt aus dem Euro aus und führt die Drachme wieder ein
3. Eine geordnete Restrukturierung griechischer Schulden
Der Economist plädiert klar für die dritte Möglichkeit, und auch in meinen Augen ist das der einzig gangbare Weg. Je länger man damit allerdings wartet, desto teurer wird es. Zwei Prozent Wirtschaftsleistung sollten 98% nicht kaputt machen. können.
Dropbox
Am Wochenende konnte man sich für 4 Stunden über das Web-Interface bei jedem beliebigen Dropbox-Account mit jedem beliebigen Passwort anmelden. Laut Dropbox gab es auf 1% aller Accounts möglicherweise unbefugten Zugriff. Ein Grund zur Hysterie? Nein. Aber vielleicht zum Nachdenken, ob einige Daten wirklich in der Cloud so gut aufgehoben sind, wie man vielleicht hofft. Ich jedenfalls werde überprüfen, ob was ich per Dropbox synchronisieren muss, und wo eine klassische Backup-Lösung ausreicht. Eventuell wandern auch eine Daten von dropbox zu mozy .
EHEC
Mittlerweile klingt die Hysterie ab. Doch erinnern wir uns daran, was EHEC eigentlich bedeutet: Menschen sind durch den Verzehr von Lebensmitteln krank geworden, ganze 38 sind gestorben. Dafür haben Millionen in Mitteleuropa Gurken und Tomaten im Supermarkt links liegen gelassen. Was wäre passiert, wenn auf einmal rausgekommen wäre, dass allein in Deutschland jedes Jahr Tausende Menschen bei Benutzung eines Autos ums Leben kommen? Hätten Millionen Menschen hierzulande auf ihr Auto verzichtet, bis die Straßen sicherer geworden wären?